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Niigata Japan - Heimat der Koi

Unsere Japan Koi beziehen wir auf unseren Einkaufsreisen ausschließlich von Züchtern aus der Niigata Region. Niigata ist ein Gebiet im nördlicheren Teil von Japan, das von ländlicher Struktur und Gebirgen geprägt ist. In der Teilregion Yamakoshi befinden sich die berühmtesten Koizüchter überwiegend in kleineren Farmen. Hier haben viele Varietäten ihren Ursprung. Von Herbst bis Frühjahr liegt dort oft meterhoher Schnee. Koi aus Niigata gelten daher als äußerst robust und widerstandsfähig. Im Süden Japans finden sich einige sehr große Koifarmen, die Winter sind dort sehr mild und die Sommer sehr heiß, wie im südlichen Mittelmeerraum. Daher beziehen wir unsere Koi nur aus dem Niigata Gebirge, wo die Temperaturverhältnisse der Jahreszeiten in etwa denen unserer Heimat entsprechen.

Geben Sie unter Google Maps oder Earth „Yamakoshitakezawa, Nagaoka, Niigata, Japan“ ein, können Sie sich die Satelittenfotos von Yamakoshi ansehen und sich einen sehr guten Eindruck von dem Gebiet machen, von wo Koiteich-Express seine Koi selektiert. Sie sehen eine ländliche Struktur, die alten Holzhäuser und sogar die terrassenförmig angelegten Koiaufzuchtteiche (vormals Reisfelder). Schauen Sie sich die fantastische Landschaft an, hier ist Japan noch ursprünglich und es hat sich in den letzten Jahrzehnten fast nichts verändert. Yamakoshi ist immer noch eine wunderschöne Landschaft mit tiefen Tälern, viel Wald, Gebirgen, Reisfeldern, kristallklaren Flüssen, Wasserfällen und ursprünglichen Bauernhäusern.

Die Sommer in Niigata können auch zeitweise recht warm werden und in Verbindung mit der dortigen hohen Luftfeuchte für uns Nordeuropäer auch schon mal unangenehm. Die Wintermonate zeichnen sich durch schnelle Temperaturstürze ab Herbst aus, begleitet von heftigen Schneefällen oft weit über 3 m Höhe.

Da man in Yamakoshi Area nur kleine Siedlungen findet, bietet sich eine Übernachtungsmöglichkeit nur in dem Provinzstädtchen Ojiya Niigata, Japan an, welches zentral gelegen ist und von wo aus man in verschiedenen Richtungen in die Koizucht Gebiete fahren kann. In Ojiya ist alles auf Koi ausgerichtet, die Zugänge zum Bahnhof sind in Form eines riesigen Koi gebaut, dort ist auch das Koi Museum angesiedelt und Ende Oktober findet dort die Niigata Koi Show statt, bei der die lokalen Koi-Züchter ihre besten Koi ausstellen, mit dem Ziel einen der Pokale „Grand Campion“ oder „Supreme Koi“ zu gewinnen.

Wie entstand die hohe Konzentration spezialisierter Koifarmen in diesem Gebiet?

Die Koi entstammen dem Wildkarpfen (Magoi) wie er bei uns noch in der Teichwirtschaft bekannt ist (Speisefisch) und wurden Mitte des 19. Jahrhunderts in der Region eingeführt. Die Brut wurde im Frühjahr in die Reisfelder ausgesetzt, wo sie über den warmen Sommern heranwuchs und im Herbst geerntet wurden. Sie wurden dann in Salz eingelegt und für den Verzehr im harten Winter gelagert. Die Farmen waren damals im Winter von der Außenwelt abgeschnitten und es war unmöglich Fleisch oder Fisch von außerhalb zu besorgen. Die Region war damals für uns unvorstellbar arm, bei der im Sommer sehr harten Arbeit in gebückter Haltung und barfuß in den Reisfeldern, mussten ausreichend Vorräte erwirtschaftet werden, um den harten Winter zu überleben. Dies hat die Menschen dort sehr geprägt. Auch heute noch spürt man dort die für uns oft unverständlichen und ungewohnten Verhaltensweisen der Züchter und Menschen dieser Region. Beim Koikauf braucht man dort sehr viel Verständnis und Einfühlungsvermögen, denn wenn die Sympathie zwischen Käufer und Züchter nicht stimmt, verkaufen die Züchter unter keinen Umständen, egal welchen Preis man bietet.

Mangels Elektrizität und wegen der langen Winter war es damals für die Reisbauern sehr schwierig, die Elterntiere über den Winter zu bringen. Nach einigen Jahren fanden sich bei den Jungtieren im Frühjahr plötzlich einige Wildkarpfen bei denen vereinzelte Schuppen rot, gelb oder weiß waren. Einige Farmer beschlossen diese Karpfen als „Haustiere“ als Abwechslung für die langen eintönigen Winter (Kein Strom, kein Fernsehen, kein Radio usw..) im Haus zu halten. Das Interesse stieg, man kreuzte diese ersten Karpfen welche vereinzelt über farbige Schuppen verfügten, mit denen der Nachbarn - die Geburtsstunde und der Ursprung der heutigen Koizucht. Über viele Jahrzente hinweg züchtete man mit dem Ziel immer bessere Farben und Muster bei den Koifischen zu erzielen. Die Zucht erfolgte ohne Dokumentation, man überließ alles dem Zufall, es waren Hobbyzüchter und niemand dachte damals daran, dass es Ende des zwanzigsten Jahrhunderts solch eine riesige Nachfrage nach Koikarpfen aus Niigata geben würde.

Im Jahre 1906 wurde der erste Doitsu Koi gezüchtet, ein fast schuppenloser Koi, auf dem sich vereinzelt wie bei unserem einheimischen deutschen Spiegelkarpfen wenige grosse Schuppen befinden. Da man in Japan oft gefragt wird, woher man kommt, antwortet man Doitsu. Alle fast schuppenlosen Koifische haben somit in Japan den Namensuzsatz Doitsu (Deutschland). Koi heißen in Japan Nishikigoi. Japanisch ausgesprochen für Europäer fast nicht verständlich und kaum zu merken, nannte man die Nishikigoi in Europa einfach Koi, das klingt zumindest so ähnlich wie Goi und hat die Konsequenz, dass wenn man in Japan jemanden nach Koi fragt, der befragte sich mehrmals verbeugt und sich dafür entschuldigt dass er nicht weiß was wir meinen und er nicht helfen kann.

Ein schuppenloser Koi heißt in Japan Doitsugoi (deutscher Koi). Ein rotweißer beschuppter Koi wird mit Kohaku bezeichnet. Ist der Kohaku schuppenlos, ist der Name der Koivarietät Doitsu Kohaku. Bereits 4 Jahre später (1910) wurde der erste Shusui gezüchtet. Der Shusui ist immer ein schuppenloser Koi mit blauem Rücken und manchmal roter Farbe seitlich. Da es keinen vollbeschuppten Shusui gibt, entfällt der Zusatz Doitsu. Es gibt somit keinen Doitsu Shusui, trotzdem ist der Shusui ein Doitsugoi. Soweit ein kleiner Abstecher in die Namensgebung der hoffentlich nicht zu sehr verwirrt hat.

Im Jahre 1917 wurde der erste Kohaku (ein weißer Koi mit roten Schuppen) gezüchtet, sowie der erste Sanke erblickte das Licht der Welt. Unter Sanke verbirgt sich ein weisser Koi mit roter und schwarzer Zeichnung. Der korrekte Name dieses Koi ist Taisho Sanshoku. Da sich das kaum jemand merken kann, können Sie zu dieser Koiart in Europa auch einfach Sanke sagen. 1920 wurde der erste Ki Utsuri gezüchtet, ein Koi mit den Farben gelb und schwarz. 5 Jahre später folgte dann der Shiro-Utsuri, ein Koi mit den Farben weiss und schwarz. Und endlich im Jahre 1927 wurde der erste Showa geboren, dessen vollständiger Name Showa Sanshoku ist. Der erste goldgelbe Yamabuki erweiterete erst 1957 die Palette der Varietäten. Danach wurden in immer kürzeren Zeitabständen neue Varietäten von Koi gezüchtet.

In den Sechziger Jahren begann der Export der Koi zunächst nur innerhalb von Japan an Händler in den großen Städten. Der große Aufschwung kam Ende der Siebziger Jahre, nachdem für den Transport erstmals geeignete PVC Transportbeutel zur Verfügung standen, in welche man reinen Sauerstoff zuführen konnte und somit auch Koi außerhalb von Japan verschicken konnte. Anfang der Neunziger Jahre schwappte der Koi-Boom in Europa zunächst von England in die Niederlande und Belgien nach Deutschland über. Wegen der Grenzlage zu den Benelux-Staaten begann das Koi Hobby seinen Siegeszug in Deutschland zunächst in der Region Niederrhein, in Nordrhein-Westfalen und mittlerweile in ganz Deutschland und Europa.

In den letzten Jahren haben sehr zahlungskräftige Asiaten das Koi-Hobby für sich entdeckt und bilden eine starke Konkurrenz zu den europäischen Händlern beim Einkauf in Japan. Im High-End Bereich werden da schon mal 6-stellige Summen für einen Champion gezahlt. Wie bei den meisten Nahrungsmitteln sind durch Globalisierung auch die Preise für Reiserzeugung in den letzten Jahrzehnten dermaßen in den Keller gesunken, dass die Produktion nicht mehr rentabel ist. Immer mehr Reisbauern in der Region Niigata stiegen daher von der Reiserzeugung auf Koizucht um. Dies ist der Grund warum sich heute in der Region Niigata (Origin of Japaneese Koi) hunderte von Züchtern befinden. Modernste Transportsysteme ermöglichen es heute in großem Umfang Koi direkt beim Züchter zu kaufen.

Koiteich-Express begann mit dem Koihandel bereits im Jahre 1996. Wir kaufen direkt in Japan und haben keinen Großhandel dazwischen. Diesen Preisvorteil (Wegfall Großhändler) geben wir direkt an die Kunden weiter, so dass Sie bei uns zu äußerst günstigen Konditionen einkaufen können. Vergleichen Sie unbedingt!

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