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Koi Einkaufsreisen nach Japan

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Eine Einkaufsreise zum Koikauf nach Japan führt man am besten im Oktober / November oder im Januar / Februar durch. Im Laufe des Oktobers findet die Ikeage („Koiernte“) statt. Die Züchter lassen ab Anfang Oktober das Wasser in den grossen Koi Aufzuchtteichen bis auf ein Mindestvolumen ab und fischen mit Netzen die Koi ab, welche zum Verkauf in die Koi-Ausstellungsbecken verbracht werden.

Direktflüge von Frankfurt nach Tokio Narita bieten die Fluggesellschaften Lufthansa, JAL und ANA an. Die 11 stündigen Flüge sind in der Regel komplett ausgebucht und man kann es kaum erwarten, dass die Maschine endlich auf dem Flughafen Narita landet und man nach so vielen Stunden engem Sitzen wieder bewegen kann.

Der Flughafen Tokio liegt in der Stadt Narita in der Präfektur Chiba etwa 60 Kilometer nordöstlich von Tokio. Der Flughafen verfügt über zwei Terminals und ist über die Bahnlinien Narita Express mit Tokio verbunden. Daher fahren wir nach der Gepäckausgabe mit der Rolltreppe über mehrere Etagen in den unterirdischen Bereich des Flughafens wo die S- und U-Bahnen starten. Wir stellen uns in die lange Reihe der JR (Japan Railways) an und kaufen unsere Tickets nach Tokyo und nach Niigata.

Mit dem Narita Express fahren wir dann durch endlose Vororte zum Bahnhof Tokio Station die 60 km Entfernung in 53 Minuten.

Der Bahnhof von Tokio hat gigantische Dimensionen. Überall wimmelt es nur so von Menschenmassen und überfüllten Rolltreppen. Unsere größten Bahnhöfe in Europa wirken dagegen provinziell.

Endlich haben wir die richtige Rolltreppe gefunden, das Gleis für die Züge nach Niigata.

Mit 300 km eilt der Shinkansen mit wenigen Zwischenstops über die 250 km lange Strecke nach Nagaoka im Bezirk Niigata.

Es ist früher Nachmittag, todmüde geben wir die Koffer in unserem Hotel ab und besuchen die ersten nahegelegenen Koi Züchter.

Zunächst fahren wir ins Provinzstädtchen Ojiya, von wo aus die Wege in die unterschiedlichsten Richtungen in die verschneiten Berge zu den Koi Züchtern Niigatas führen.

Die Provinzstadt Ojiya

Wir erreichen die erste Koi Farm unserer heutigen Einkaufstur:

Wir arbeiten uns durch hohen Schnee ins Greenhouse,

wo wir Herrn Miyatora treffen und selektieren unsere ersten Koi der Koi Einkaufsreise

Weiter geht es durch verschneite Straßen zu den nächsten Koi Züchtern.

Die Schneemassen im Niigata Gebiet sind gigantisch, es schneit pausenlos.

Erschöpft kehren wir in eine der typischen einheimischen Gaststätten ein und stärken uns bei einem leckeren Asahi Bier. Leider gibt es dort keine Stühle, man „sitzt“ auf dem Boden auf einer Reismatte.

Als Nicht Japaner hält man diese unbequeme Haltung nicht lange aus, so dass wir uns gleich auf den Weg zurück ins Hotel machen.

Am Abend besuchen wir eines der vielen Restaurants in Nagaoka, wo wir preisgünstig und lecker speisen:

Die Auswahl und Qualität der Speisen ist überdurchschnittlich gut.

Die nächsten 5 Tage besuchen wir von morgens bis spät abends zahlreiche Koizüchter.

Die Becken sind prall gefüllt mit schönen Koi. Wir verhandeln mit dem Züchter den Preis. Bei den 2-jährigen Nissai Koi kann man nicht nur einen kaufen, sondern immer nur mindestens eine Box (8 Koi) oder ein vielfaches davon. Kauft man mehrere Boxen, bekommt man meist einen besseren Preis. Wir werfen einen gezielten Blick ins Becken und überlegen wie viele Koi Boxen bekommen wir hier zusammen, wobei die zu selektierenden Koi den Geschmack unserer Kunden treffen sollten. Ist der aufgerufene Preis angemessen oder finden die Koi bei dem geforderten Preis bei uns keinen Käufer? Wir schätzen das Gewicht der Box und damit die Transportkosten, rechnen den Koi-Preis von Yen in Euro um, die Luftfracht von Dollar in Euro, dann die Kosten für die Veterinäre in Japan und für die Amtstierärzte am Fraport Frankfurt, Zollgebühr und Mehrwertsteuer und Abwicklungskosten der Luftfracht in Frankfurt, sowie Transportkosten mit LKW von Niigata nach Tokio und von Frankfurt nach St. Ingbert in unsere Koi-Verkaufsanlage. Den Züchter interessiert nur den Preis den er für eine oder mehrere Koi-Boxen erhält. In Japan sind die aufgerufenen Koi-Preise bei Nissai in der Regel nicht verhandelbar.

Ein vom Züchter genannter Preis gilt. Er kann danach kein besseres Angebot für die gleichen Fische machen. Dabei würde er sein „Gesicht verlieren“. Es ist daher sehr viel Geschick im Umgang mit den japanischen Koizüchtern und Erfahrung gefragt. Die Sympathie zwischen Züchter und Koi-Käufer muss vorhanden sein, sonst kommt kein Geschäft zustande. Daher ist es ein Muss wie in Japan stets höflich und eher zurückhaltend aufzutreten. Erst mal ein wenig umschauen, den angebotenen Green-Tee trinken, sich Zeit lassen, um dann später nach dem Preis zu fragen.

Ist der Preis ok, beginnt der harte Teil der Arbeit. Aus einem grossen und tiefen Becken selektieren wir mit einem Japan Kescher (3m Holzstiel und 80 cm Rundkescher) unsere Koi. Man kann sich leicht vorstellen, was passiert wenn wir uns mit dem Kescher nähern… Wo ist er denn nun der schöne Koi den wir gerade noch gesehen haben? Also keschern wir im Becken und entscheiden innerhalb eines Sekundenbruchteils, ob wir den Koi der gerade zufällig vor dem Kescher schwimmt nehmen oder nicht. Allzuviel Zeit haben wir nicht, die nächsten Koi Einkäufer warten schon.

Bei den dreijährigen Sansai Koi läuft die ganze Prozedur anders ab. Die Becken sind nicht so voll, die Fische wesentlich grösser und schwimmen gelassen majestätisch durch die Becken. Wir beobachten einige Zeit alle Sansai im Becken. Welcher hat eine gute Körperform, ein ansprechendes Muster und schöne Farben. Was wird der Züchter dafür verlangen? Macht es Sinn überhaupt anzufragen? Oder wird der Preis weit oberhalb unseres Budgets liegen?

Wir entscheiden uns für zwei wunderschöne Showa. Anders als bei den Nissai, fängt der Züchter diese Sansai nun selbst in die blaue Showbox. Der Züchter überlegt nun lange welchen Preis er dafür verlangen wird. Sind es in seinen Augen besonders hochwertige Koi? Wird er wenn uns der Preis zu hoch erscheint, einen anderen Käufer dafür finden? Möchte er generell mit uns ins Geschäft kommen, so dass wir vielleicht bei einem guten Preis noch weitere Koi kaufen? Er macht uns einen fairen Preis, wir nehmen die Koi.

Ende Oktober Anfang November findet dann in Ojiya die Niigata Koi Show statt. Die Koi Züchter aus Niigata bringen nur Ihre besten Koi zur Show und stellen diese in den blauen Faltbecken aus.

Die Qualität der hier gezeigten Koi lässt das Herz eines jeden Koiliebhabers höherschlagen.

Wir fahren zum Abschied noch einmal in die Berge vorbei an verschneiten Zuchtteichen,

traumhaften Landschaften

Bevor wir am nächsten Tag die Heimreise antreten.

Mit Sehnsucht denken wir immer an die schöne Zeit in einem Land in dem Tradition und Moderne wie sonst nirgendwo auf der Welt zusammentreffen, einem Land, das seine Kultur und Traditionen bis heute erhalten hat und pflegt, wir denken an die für uns fremde Kultur und die wunderschönen Koi.

Sayōnara!